Alle EntdeckungenMittwoch entdeckt · 8 Min. Lesezeit
ProduktionGraz, SteiermarkUmsatzca. 650.000 €Team5 MitarbeitendeWerkstattca. 600 m²

Oberflächentechnik Pieber: Eine der letzten Galvaniken der Steiermark

Annemarie und Walter Pieber veredeln Räder, Motorradteile und Industriebauteile mit Nickel, Chrom, Silber und Zink. Nach fast 30 Jahren steht die Werkstatt öffentlich zur Übergabe.

Redaktionelle Illustration zu Oberflächentechnik Pieber: Eine der letzten Galvaniken der Steiermark

Wenn ein altes Motorradteil wieder tiefschwarz glänzt oder eine Aluminiumfelge neues Chrom trägt, ist die Oberfläche das sichtbare Ergebnis eines unsichtbaren Prozesses. Annemarie und Walter Pieber beherrschen diese Chemie seit fast drei Jahrzehnten.

01

Die Geschichte

Die Oberflächentechnik Pieber GmbH wurde 1997 gegründet und zählt laut regionaler Berichterstattung zu den letzten Galvanikbetrieben der Steiermark. Das Spektrum reicht von Nickel und Chrom auf Aluminium über Hochglanzveredelung von Auto- und Motorradteilen bis zu industrieller Versilberung, Glanzverzinkung und Brünierung. Private Restauratoren und Industriekunden treffen hier auf denselben Prozesskern.

Das öffentliche WKO-Angebot nennt fünf Mitarbeitende und rund 650.000 Euro Jahresumsatz. Der gemietete Standort umfasst etwa 800 Quadratmeter, davon 600 Quadratmeter Werkstatt, sowie acht Stellplätze. Maschinen und Anlagen seien in gutem Zustand; ein unmittelbarer Investitionsbedarf werde nicht gesehen. Ein überregionaler Kundenstamm und die notwendige Betriebsanlagengenehmigung gehören zu dem Betrieb, den das Ehepaar Pieber übergeben möchte.

Seit dem 31. August 2026 ist eine Übergabe möglich. Der aufgerufene Kaufpreis liegt laut Inserat bei 350.000 Euro inklusive Umsatzsteuer. Diese Offenheit macht die Gelegenheit greifbar: Name, Eigentümer, Standort, Team, Fläche, Umsatz und Preis sind öffentlich. Das eigentliche Zukunftspotenzial liegt aber darin, aus seltenem Prozesswissen eine national erreichbare, digital beauftragbare Infrastruktur für Reparatur und Werterhalt zu formen.

02Markt & Kontext

Reparatur braucht spezialisierte Oberflächen – und davon gibt es wenige

Die Wirtschaftskammer Österreich zählte 2025 landesweit nur 55 aktive Mitglieder in der Berufsgruppe Metallschleifer und Galvaniseure. Seltenes Wissen, Genehmigungen und bestehende Anlagen begrenzen das Angebot – zugleich altern Fahrzeuge, Maschinen, Möbel und Sammlerstücke, deren Originalteile erhalten statt ersetzt werden sollen.

Seit Juli 2026 müssen die EU-Mitgliedstaaten die neuen Regeln zum Recht auf Reparatur anwenden. Österreichs Kreislaufwirtschaftsstrategie zielt zusätzlich auf eine deutlich höhere Ressourcenproduktivität und eine Kreislaufrate von 18 Prozent bis 2030. Beides stärkt Dienstleister, die ein vorhandenes Bauteil technisch und optisch wieder nutzbar machen.

Pieber kann diese Nachfrage weit über Graz erschließen. Fotos und CAD-Daten erlauben eine erste technische Einordnung, Paketlogistik bringt kleine Teile aus dem gesamten deutschsprachigen Raum in die Werkstatt, und ein dokumentierter Oberflächenpass schafft Vertrauen für Restauratoren, Versicherer und spätere Käufer.

650.000 €Jahresumsatz laut öffentlichem Inserat
55aktive Galvaniseur- und Metallschleiferbetriebe in Österreich
800 m²Betriebsfläche am Grazer Standort
03

Der Owner-Path-Blick

  • Galvanik verbindet seltenes Prozesswissen, regulierte Anlagen und sichtbare Vorher-nachher-Momente in einem Betrieb.
  • Fahrzeugkultur, industrielle Instandhaltung und europäisches Recht auf Reparatur treffen auf dieselbe Kernfähigkeit.
  • Eigentümer, Umsatz, Kaufpreis, Fläche und Übergabezeitpunkt sind öffentlich – ein ungewöhnlich transparenter Ausgangspunkt.
04Ideen für die nächste Etappe

Die Gelegenheit

Pieber kann zur digitalen Eingangstür für Oberflächenrettung werden – mit eigener Werkstatt als Qualitätsanker und einem wachsenden Netz spezialisierter Kapazitäten.

01

Ein Foto wird zur belastbaren Prozessanfrage

Kunden laden Bilder oder CAD-Daten hoch und wählen Zieloberfläche und Nutzung. Ein lernendes System schätzt Vorarbeit, Badfolge, Risiko und Preisfenster; Fachleute bestätigen den Auftrag. Jede Rückmeldung aus der Werkstatt verbessert Kalkulation und Fehlerbibliothek.

02

Restaurierte Teile bekommen eine überprüfbare Biografie

Oldtimer-, Motorrad-, Uhren- und Möbelpartner erhalten Versandsets, Vorher-nachher-Dokumentation, Schichtdaten und einen digitalen Teilepass. Das Zertifikat erhöht Vertrauen und Wiederverkaufswert – Pieber wird zur sichtbaren Qualitätsmarke hinter der Restaurierung.

03

Aus einer seltenen Werkstatt wird ein Kapazitätsnetz

Pieber bündelt Anfrage, Genehmigungslogik, Kalkulation und Qualitätsprüfung für weitere spezialisierte Betriebe. Aufträge werden nach Verfahren und Auslastung verteilt; der Grazer Standort bleibt Referenzlabor und übernimmt besonders anspruchsvolle Lose.

Für wen könnte das passen?

Für einen Oberflächen-, Reparatur- oder Industrieplattform-Unternehmer, der reguliertes Handwerk mit digitaler Auftragsannahme, Zertifizierung und einem Kapazitätsnetz verbinden möchte.

05

Die Eckdaten aus dem Inserat

UnternehmenOberflächentechnik Pieber GmbH
EigentümerAnnemarie und Walter Pieber
StandortGraz, Steiermark
Gegründet1997
Kaufpreis350.000 € inkl. USt. laut Inserat
Übergabeseit 31.08.2026 möglich
Originalinserat

Das vollständige Inserat lesen

Weitere Angaben und die Kontaktaufnahme findest du im Originalinserat.

Inserat öffnen
06Kommentare

Was denkst du?

Teile deine Fragen und Ideen in den Kommentaren.

Kommentare0
Kommentare werden geladen…