Ein Kegel, dessen Schnittfläche sich herausnehmen lässt. Eine Kugel, auf der Längen- und Breitengrade sichtbar werden. In Hofgeismar entstehen Gegenstände für den Moment, in dem eine Zeichnung an der Tafel nicht mehr reicht.
Die Geschichte
Die Günter Herrmann Lehrmittelfabrik macht Geometrie seit drei Vierteljahrhunderten greifbar. Aus transparentem Acrylglas entstehen Körper, mit denen Schülerinnen und Schüler Volumen, Symmetrien und räumliche Beziehungen nicht nur berechnen, sondern aus allen Richtungen betrachten können.
Hinter den klaren Formen steckt eine erstaunlich vollständige kleine Produktion: mehr als 300 Spritzgussformen, ein eigener Werkzeugbau, zwei Spritzgussmaschinen und eine Siebdruckerei. Gesägt, gebohrt, gefräst, gehobelt und poliert wird ebenfalls im Haus. So wird aus Kunststoffteilen in vielen Handgriffen ein präzises Unterrichtsmodell.
Verkauft wird direkt und über den Lehrmittelhandel bis weit über Deutschland hinaus. Nun sucht das Familienunternehmen eine neue Eigentümerin oder einen neuen Eigentümer; der bisherige Inhaber möchte sein Wissen in einer Übergangszeit weitergeben.
Wenn Abstraktion plötzlich in der Hand liegt
Deutschland zählte im Schuljahr 2024/25 rund 8,9 Millionen Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen. Für sie wurden 2024 im Schnitt 11.300 Euro je Kopf an öffentlichen Schulen ausgegeben. Lehrmittel sind darin nur ein kleiner Baustein – aber einer, der aus einer Formel eine sichtbare Erfahrung machen kann.
Die Bildungswelt wird digitaler, doch gerade darin gewinnen gute physische Modelle eine neue Rolle: Sie lassen sich gemeinsam drehen, vergleichen und erklären, brauchen weder Login noch Akku und verbinden Sprache mit Raum. Auf der didacta 2024 trafen rund 63.000 Besucherinnen und Besucher auf mehr als 740 Aussteller – ein großer Markt für Produkte, die Unterricht anschaulicher machen.
Die besondere Substanz dieses Unternehmens liegt deshalb nicht in einem einzelnen Kunststoffkörper. Sie steckt im Archiv aus mehr als 300 Formen und in dem Wissen, daraus in kleinen Serien immer wieder präzise Lernobjekte zu bauen.
Der Owner-Path-Blick
- 75 Jahre Produktwissen in einer Nische, die sofort verständlich wird.
- Mehr als 300 eigene Formen und ungewöhnlich viele Fertigungsschritte unter einem Dach.
- Ein analoges Produkt, das digitalen Unterricht sinnvoll ergänzen kann.
Die Gelegenheit
Die spannendste Zukunft wäre nicht, das Analoge durch eine App zu ersetzen. Sie läge darin, den physischen Körper zur Schnittstelle für eine neue Lernwelt zu machen: anfassen auf dem Tisch, verstehen auf dem Bildschirm und weiterdenken mit KI.
Das Modell wird zum KI-Tutor
Ein QR- oder NFC-Punkt könnte für jedes Modell einen digitalen Zwilling öffnen: Die Kamera legt Schnittflächen, Winkel und Volumen direkt über den echten Körper, während ein KI-Tutor Aufgaben an Klassenstufe, Sprache und Lerntempo anpasst. Lehrkräfte behalten das greifbare Modell – und bekommen eine interaktive Unterrichtsschicht dazu.
Geometrie wird zum Creator-Format
Aus dem Katalog könnten visuelle Challenge-Kits für Mathe-, Architektur-, Design- und Maker-Creator entstehen: „Welcher Schnitt erzeugt diese Kurve?“ oder „Baue den Körper aus dem Gedächtnis“. Kurzvideos, Live-Experimente und limitierte Schreibtisch-Editionen würden aus einem Lehrmittel ein überraschend teilbares Produkt machen.
Ein Geometrie-Lab im Abo
Schulen, Hochschulen und Makerspaces könnten jährlich wechselnde Modellkoffer erhalten – kombiniert mit Experimenten, virtuellen Fortbildungen und KI-generierten Arbeitsblättern. So würde aus dem einmaligen Verkauf ein fortlaufendes Lernprogramm, gespeist aus mehr als 800 vorhandenen Artikeln und neuen Modulen aus der eigenen Werkstatt.
Für einen Produktmenschen mit Freude an Bildung und Fertigung, eine Lehrmittelmarke mit internationalem Vertrieb oder eine Unternehmerin, die aus einem stillen Spezialisten eine sichtbare Marke für begreifbares Lernen machen möchte.
Die Eckdaten aus dem Inserat
Das vollständige Inserat lesen
Weitere Angaben und die Kontaktaufnahme findest du im Originalinserat.
Was denkst du?
Teile deine Fragen und Ideen in den Kommentaren.